Güteklassen österreichischer Lebensmitteln

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Güte- oder Handelsklassen sind Einteilungen landwirtschaftlicher Erzeugnisse nach ihrer Beschaffenheit – insbesondere Qualität und Herkunft. Zweck der Einteilung ist die Förderung der Marktübersicht, des Absatzes, der Erzeugung und der Qualität.

Die gesetzlichen Verpflichtungen zur Einhaltung der entsprechenden Qualitätskriterien schützen den Verbraucher. Ihm soll damit die Auswahl unterschiedlicher Angebote erleichtert werden.

Es gibt sowohl einheitliche, EU-weite Vermarktungsnormen, als auch nationale Normen der jeweiligen Mitgliedsstaaten.

Kritik an den Güteklassen

Kritisiert wird u. a., dass diese Form der Qualitätskennzeichnung nur einige wenige Eigenschaften der jeweiligen Ware hervorhebt. Andere – vielleicht für den Konsumenten noch wichtigere Eigenschaften (z. B. der Gehalt an Pflanzenschutzmitteln) – bleiben unberücksichtigt.

Außerdem gibt es, wie schon erwähnt, keine einheitliche EU-weite Regelung. Waren aus anderen EU-Mitgliedsstaaten, die mit einer Klasse gekennzeichnet sind, dürfen nicht beanstandet werden – und zwar unabhängig davon, wie die diesbezüglichen Vorschriften in dem Herkunfts-EU-Land lauten.

Folgende Güteklassen gelten in Österreich:

Güteklassen für Obst und Gemüse:

Gemeinsame Merkmale aller Klassen: ganz, fest, gesund, sauber, von frischem Aussehen, sorgfältig gepflückt, genügend entwickelt und reif. Des Weiteren frei von Fremdgeruch und Geschmack, Schmutz und Fremdstoffen, abnormaler äußerer Feuchtigkeit, Schädlingen und praktisch frei von Schäden durch Schädlinge.

Handelsklasse Extra (H. Extra) – Höchste QualitätFehlerfreie Ware mit allen sortentypischen Eigenschaften (z. B.: Form, Entwicklung, Größe, Färbung).
Handelsklasse I (H. I) –
Gute Qualität
Ware mit sortentypischen Eigenschaften. Leichte Form-, Entwicklungs- und Farbfehler, sehr leichte Quetschungen, ausreichende Festigkeit. Qualität und Haltbarkeit dürfen dadurch jedoch nicht beeinträchtigt sein.
Kartoffeln dürfen nur als H. I im Lebensmitteleinzelhandel verkauft werden.
Handelsklasse II (H. II) –
Mittlere Qualität
Die Ware darf gröbere Fehler und Farbabweichungen haben, muss aber die Mindesteigenschaften aufweisen.
Fast alle Bio-Artikel haben H. II.

 

Güteklassen für Fleisch:

Die 4 Güteklassen werden vorwiegend durch den Fett-, Knochen- und Knorpelanteil bestimmt. Zarte und von Fett weitgehend freie Filet- und Lendenstücke sind von höchster Qualität.

1. Gütez. B. Rippenbraten (Rind), Rippenstück und Schinken (Schwein), Keule (Kalb), Rücken und Keule (Schaf)
2. Gütez. B. Mittelbrust (Rind), Kamm und Bruststück (Schwein), Rücken und Kamm (Kalb), Bug (Schaf)
3. Gütez. B. Brustkern und Kamm (Rind), Bauch (Schwein), Hals und Bauch (Kalb), Hals und Brust (Schaf)
4. Gütez. B. Querrippenstück (Rind), Kopf (Schwein), Kopf (Kalb)

 

Güteklassen für Geflügel:

Klasse „Extra“Gibt es nur für Poularden. Besonders gut geformtes Geflügel mit höherem Verkaufsgewicht.
Klasse AVollfleischig, Fett gleichmäßig verteilt, keine Verletzungen, kein Frostbrand.
Klasse BFleischig, Fett ungleich verteilt, kleinere Verletzungen, geringer Frostbrand
Klasse CIst nur für die industrielle Verarbeitung zu gebrauchen.

 

Güteklassen für Eier:

Güteklasse ASind sauber, mit unverletzter Schale, frisch, ungewaschen und dürfen über den Lebensmittelhandel vertrieben werden.
Güteklasse BDürfen ausschließlich als Industrieware verwendet werden.

 

Güteklassen für Wein:

PrädikatsweinSpätlese, Auslese, Beerenauslese, Ausbruch, Trockenbeerenauslese, Eis-, Stroh- oder Schilfwein.
Dürfen nicht angereichert sein und es darf keine Süßreserve zugesetzt werden.
KabinettDarf nicht angereichert sein und muss mindestens 17 Grad KMW (Klosterneuburger Mostwaage) aufweisen – höchstens 13 % Vol. Alkohol bzw. 9 g je Liter Restzucker.
QualitätsweinQualitätswein aus einer einzigen Region; darf angereichert sein. Der Mindestzuckergehalt ist 15 Grad KMW.
LandweinLandwein aus einer bestimmten Weinbauregion. Aus Qualitätsrebsorten mit mindestens 14 Grad KMW.
Wein (früher Tafelwein)Einfacher Wein mit mindestens 10,6 Grad KMW.

 

Güteklassen für Butter:

Güteklasse 1 – (Tee)ButterHöchste Qualitätsstufe. Besitzt einen mild-säuerlichen Geschmack bei Sauerrahmbutter, bzw. Sahnegeschmack bei Süßrahmbutter. Für die Herstellung darf nur Milch oder Milchrahm verwendet werden.
Güteklasse 2 – TafelbutterDarf leichte Geruchs- oder Geschmacksfehler aufweisen.
Güteklasse 3 – KochbutterDarf stärkere Geruchs- oder Geschmacksfehler aufweisen und wird außer zum Kochen auch zur Herstellung von Butterschmalz verwendet.

 

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