Kinderlebensmittel: zuckersüße Werbeversprechen

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Mittlerweile gibt es in jedem Supermarkt ein reichhaltiges Angebot an sogenannten Kinderlebensmitteln. Kinderlebensmittel werden in der Werbung oft als gesunde Zwischenmahlzeit angepriesen. Die Produkte versprechen z. B. zugesetzte Nährstoffe, die speziell auf die Bedürfnisse von Kindern zugeschnitten sind.

Erwachsene bekommen beim Kauf dieser Lebensmittel vielfach das Gefühl ihren Kindern etwas ganz besonders Gutes zu tun. Dies trifft aber nicht in allen Fällen zu. Hinterfragen Sie daher Werbebotschaften für Kinderlebensmittel stets kritisch!

Häufige Kritikpunkte bei Kinderlebensmittel

  • Der Kaloriengehalt vieler Produkte ist oftmals – in Bezug auf eine Kinderportion – zu groß. Kinderlebensmitteln enthalten oft eine enorme Menge an Zucker und/ oder Fett.
  • Die Anreicherung mit diversen Vitaminen und Mineralstoffen scheint, aus wissenschaftlicher Sicht betrachtet, oft wahllos. Überdies können Kinder mit einer gesunden Ernährung alle nötigen Nährstoffe auf „normale“ natürliche Weise aufnehmen. Im Extremfall, bei häufigem Konsum solcher angereicherter Nahrungsmittel, können auch die empfohlenen Aufnahmemengen überschritten werden.
  • Kinderlebensmittel können diverse Lebensmittelzusatzstoffe, wie z. B. Geschmacksverstärker, Aromastoffe oder Farbstoffe, enthalten.
  • Kinderlebensmittel sind meist teurer. Die Industrie geht scheinbar davon aus, dass der auf der Verpackung angepriesene „Mehrwert“ den Eltern auch mehr wert ist.
  • Eine rechtliche Definition für den Begriff „Kinderlebensmittel“ gibt es übrigens nicht. Allerdings gibt es eine EU-Verordnung, welche nährwert- und gesundheitsbezogene Aussagen über Lebensmittel regelt. Diese Verordnung gilt auch für die sogenannten Kinderlebensmittel.

Kinderlebensmitteln kaufen oder nicht?

Kinderlebensmittel bieten gegenüber normalen Lebensmitteln keine Vorteile. Sie sollten daher nicht als fixer Bestandteil einer ausgewogenen, gesunden Kinderernährung gelten! Sollten Sie hin und wieder zu einem Kindernahrungsmittel greifen, so seien sie kritisch und beachten Sie die Zutatenliste.

Maximal 10 % der Gesamtenergie sollten bei Kindern durch sogenannte „geduldeten Lebensmitteln“ aufgenommen werden. Darunter versteht man Lebensmitteln mit einem hohen Energiegehalt, die aber wenige wichtige Nährstoffe enthalten.

Gesunde Alternativen zu Kinderlebensmitteln

Ab dem 1. Lebensjahr benötigen Kinder keine speziellen Lebensmittel, sondern können am normalen Familienessen teilnehmen. Lebensmittel für Kinder sollten möglichst natürlich im Geschmack sein. Stark verarbeitete Produkte, die viele Zusatzstoffe enthalten, sollten vermieden werden.

Geeignete Zwischenmahlzeiten für Kinder sind z. B. Obst, Gemüse oder fett- und zuckerarme Milchprodukte.

Tipp: Kinderlebensmittel können etwas aufgebessert werden, wenn sie z. B. Kinderfurchtjoghurt mit Naturjoghurt vermischen, Getränke mit Wasser verdünnen etc.



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