Gesetzeslage bei Lebensmittelzusatzstoffen

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Die Zulassung einer Substanz als Zusatzstoff für Lebensmittel ist an gesetzliche Regelungen geknüpft. Nur Stoffe, die auf der Positivliste stehen dürfen auch verwendet werden – alle anderen sind verboten.

Lebensmittelzusatzstoffe müssen folgende 3 Grundvoraussetzungen erfüllen:

  • Die gesundheitliche Unbedenklichkeit muss wissenschaftlich erwiesen sein.
  • Eine technologische Notwendigkeit muss bestehen. (z. B. Erhalt oder Verbesserung der Backfähigkeit, Streichfähigkeit, Rieselfähigkeit, die Hemmung mikrobiellen Wachstums oder der Oxidation Stoffen).
  • Der Verbraucher darf durch die Zugabe nicht getäuscht werden.

Lebensmittelzusatzstoffe müssen in der Zutatenliste gekennzeichnet werden:

  • Mit dem Klassennamen und dem wissenschaftlichen bzw. Trivial-Namen – z. B. Konservierungsstoff Sorbinsäure
  • Mit dem Klassennamen und der E-Nummer – z. B. Konservierungsstoff E 200

Grundsätzlich gilt: nur die Menge eines Zusatzstoffes wird zugelassen, die für einen bestimmten Effekt unvermeidlich und  gesundheitlich unbedenklich ist. Dementsprechend gibt es 2 Auflagen:

  • Das Quantum-satis Prinzip: ein genauer Wert für die verwendbare Zusatzstoffmenge ist hier nicht festgelegt – entscheidend ist, dass so wenig wie möglich verwendet wird und es zu keiner Irreführung der Konsumenten kommt
  • Das Höchstmengen Prinzip: es gibt eine vorgeschriebene Höchstmenge, die sich immer auf das verzehrfähige Endprodukt bezieht (in mg oder g/ kg)

Bevor Zusatzstoffe für Lebensmittel in der EU zugelassen werden, erfolgt eine strenge Prüfung

Es werden Tierfütterungsversuche durchgeführt. Mit ihrer Hilfe erhält man jene Substanzmenge, die ohne Schädigung ein Leben lang konsumiert werden kann (= No Observed Effect Level = NOEL). Diese wird durch den Sicherheitsfaktor 100 geteilt, welcher folgendes berücksichtigt:

  • Faktor 10 für die Übertragung vom Tierversuch auf den Menschen (unterschiedliche Stoffwechsel,… werden berücksichtigt) und
  • Faktor 10 zur Berücksichtigung besonders empfindlicher Gruppen (z.B. Kinder, Schwangere, Alte, Kranke)

So erhält man den ADI-Wert – das ist die akzeptable tägliche Aufnahmemenge eines Zusatzstoffes – in mg/ kg KG (Körpergewicht), welche ein Mensch lebenslänglich täglich verzehren kann, ohne gesundheitliche Schäden davonzutragen.

Für Substanzen mit besonders geringer Toxizität oder für solche, die natürliche Stoffwechselprodukte des menschlichen Organismus darstellen, gibt es keinen ADI-Wert.
Die Zulassungen werden so vorgenommen, dass der ADI-Wert bei normaler, gemischter Kost nicht überschritten wird. Die maximale zulässige Verzehrsmenge eines bestimmten Lebensmittel lässt sich mit Hilfe des ADI-Wertes so berechnen:

Meist werden die ADI-Werte nicht erreicht, da selten die Mengen an Lebensmittelzusatzstoffen aufgenommen werden.

Bsp. für ADI-Werte
Sorbinsäure25 mg/ kg KG
Benzoesäure5 mg/ kg KG
Na – Nitrit0,1 mg/ kg KG
Na – Nitrat5 mg/ kg KG

 

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