Ist das glutenfreie Pseudeogetreide Buchweizen gesund?

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Warum ist Buchweizen kein Getreide?

Buchweizen ist kein Getreide, sondern ein sogenanntes Pseudogetreide und zählt zur Familie der Knöterichgewächse. Echte Getreidearten, wie Weizen, Roggen oder Gerste, zählen zur Familie der Süßgräser.

Pseudogetreide-Arten bilden, wie echtes Getreide, Körner oder Samen aus. Diese enthalten ebenfalls Stärke, Eiweiß, Fett, Vitamine und Mineralstoffen. Analog wie Getreide können sie zum Backen und Kochen verwendet werden.

 

Seit wann gibt es Buchweizen?

Buchweizen stammt ursprünglich aus der mongolischen Steppe. Ausgrabungen belegen, dass Buchweizen dort schon im 7. – 4. Jahrhunderts vor Christus genutzt wurde. Im späten Mittelalter wurde der Buchweizen durch Nomaden und Kriegsvölker nach Europa gebracht. Daher wird Buchweizen auch häufig als Heidekorn, Heidegraupen oder Heiden bezeichnet. Als Heiden bezeichnete man früher abfällig Menschen, die keinen christlichen Glauben praktizierten.

Ab dem 16 Jahrhundert bis hin zum 18 Jahrhundert wurde Buchweizen großflächig in Europa angebaut. Die große Bedeutung von Buchweizen lag damals vor allem daran, dass er eine relativ anspruchslose Pflanze ist, die auch auf kargen, nährstoffarmen Böden gut wächst.

Ab dem 18. Jahrhundert verdrängte die Kartoffel den Buchweizen immer mehr vom Feld. Als schließlich, Mitte des 20. Jahrhunderts, der Einsatz von Kunstdünger Standard wurde, verlor der Buchweizen immer mehr an Bedeutung. Das liegt daran, dass sich der Einsatz von Kunstdünger negativ auf den Ertrag von Buchweizen auswirkt. Die Körner des Buchweizens verkümmern bei zu Zugabe von Dünger.

In einigen Ländern, wie Polen, Russland oder der Ukraine hat Buchweizen noch immer einen gewissen Stellenwert. Und auch bei uns erfreut er sich bei Ernährungsbewussten, Vegetariern und Veganern schön langsam wieder größerer Beliebtheit.

 

Vorteile und Nachteile von Pseudogetreide-Arten wie Buchweizen

Alle Pseudogetreide, und somit auch der Buchweizen, sind glutenfrei. Daher kann Buchweizen von Personen mit Zöliakie als Getreideersatz verwendet werden.

Allerdings haben Pseudogetreide keine sogenannte „Eigenbackfähigkeit“. Das bedeutet, dass beispielsweise ein Brot, dass einzig aus Buchweizenmehl hergestellt wird, keinen elastischen Teig und keine schöne Krume bekommt. Als Krume bezeichnet man das von der Kruste umgebene Innere des Brotes.

 

Wie schmeckt Buchweizen?

Die Buchweizen-Pflanze bildet pro Blüte eine kleine, dreieckige Frucht aus. Die Frucht hat eine glänzende brauen Schale, die vor dem Verzehr entfernt werden muss. Buchweizen-Körner schmecken mehlig und nussig.

Beim Backen mit Buchweizenmehl ist zu beachten, dass es einen leicht bitteren Geschmack hat. Am besten mischt man es daher beim Backen mit anderen Mehlsorten.

 

Was kann man mit Buchweizen machen?

Buchweizenmehl ist, wie oben schon beschrieben, nicht eigenbackfähig. Daher eignet es sich nur begrenzt zum Brotbacken. Auf Grund seines leicht bitteren Beigeschmackes empfiehlt es sich, das Buchweizenmehl nur zu kleinen Teilen unter den Brotteig zu mischen.

Buchweizenmehl kann jedoch beispielsweise für die Herstellung von Palatschinken bzw. Crêpes, Blinis oder Fladen verwendet werden. In der Steiermark und in Kärnten ist der sogenannte Heidensterz beliebt. Der Heidensterz oder Buchweizensterz wird aus Wasser, etwas Salz, Buchweizenmehl und Schmalz hergestellt.

Buchweizen-Körner werden ähnlich wie Reis im Wasser weich gekocht. Buchweizen eignet sich auch als Einlage in Suppen oder als Bestandteil von herausgebratenen Laibchen, sogenannten Buchweizenlaibchen. Kreative Köche machen auch aus den Buchweizenkörner eine Art Risotto.

 

Ist Buchweizen für alle gesund?

Buchweizen ist nur ungeschält zum Verzehr geeignet. In den Randschichten des ungeschälten Buchweizens steckt nämlich der rote Farbstoff Fagopyrin. Dieser macht die Haut empfindlich für Sonneneinstrahlung und kann auch zu Verdauungsproblemen führen. Vor allem empfindliche Personen und Kinder können davon betroffen sein.

Mehrere Studien beschäftigen sich auch mit dem allergenen Potential von Buchweizen selbst. Bei empfindlichen Personen kann der Verzehr von Buchweizen zu allergischen Reaktionen bis hin zu einem anaphylaktischen Schock führen.

 

Buchweizen: welche Vitamine und Nährstoffe sind enthalten?

Buchweizen besteht zu ca. 70 % aus Stärke und zu ca. 10 % aus Eiweiß. Das Eiweiß des Buchweizens besitzt eine hohe biologische Wertigkeit. Das bedeutet, dass das aufgenommene Eiweiß gut vom Körper verwertet werden kann. In Buchweizen sind außerdem sämtliche essentiellen Aminosäuren enthalten – allen voran Lysin. Essentielle Aminosäuren können nur über die Nahrung aufgenommen werden, und spielen daher in der Ernährung eine wichtige Rolle.

Außerdem ist Buchweizen reich an Ballaststoffen, Eisen, Zink, Selen, Magnesium, Kalium, Vitamin E, Vitamin B1 und B2.

 

Nährwerte und Kalorien von Buchweizenmehl

(Durchschnittswerte pro 100 g)

Energie: 341 kcal / 1426 kJ
Eiweiß: 11 g
Fett: 3 g
Kohlenhydrate: 67 g
Ballaststoffe: 4 g
Natrium: 1 mg
Kalium: 680 mg
Kalzium: 33 mg
Magnesium: 50 mg
Eisen: 2,2 mg
Vitamin A: 2 µg
Vitamin E: 2,1 mg
Vitamin C: 0 mg
Folsäure: 50 µg

[Quelle: Die große Wahrburg/ Egert Kalorien- & Nährwerttabelle]

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