Goji, Maqui oder Acai – gesünder als heimische Beeren?

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Goji-, Maqui- und Acai-Beeren werden wegen ihrer einzigartigen und außerordentlichen Inhaltstoffe angepriesen. Sind sie wirklich unseren heimischen Beeren, wie Himbeere, Heidelbeere, Erdbeere oder Brombeere, überlegen? Zahlt sich der Kauf dieser Exoten aus, oder reicht der Gang in den heimischen Garten aus, um sich mit wertvollen Vitaminen zu versorgen?

Sie sollen wahre Wunder bewirken, wenn man der Werbung glaubt. Goji-, Maqui- und Acai-Beeren werden als wahre Zaubermittel angepriesen. Die Acai-Beere soll Vitalität und Wohlbefinden steigern, das Immunsystem stärken und bei der Gewichtsabnahme helfen. Die Goji-Beere wird vor allem als Anit-Aging-Mittel vermarktet und soll jung und schön machen. Die Maqui-Beere soll ebenfalls dem Alterungsprozess entgegenwirkt und zusätzlich beim Abnehmen unterstützen.

Mittlerweile gibt es eine Unzahl von Produkten und Nahrungsergänzungsmittel, die mit diesen exotischen Beeren angereichert sind. Die schön formulierten Werbeversprechen stützen sich vor allem auf den hohen Gehalt an Anthocyanen in den Wunderbeeren.

Anthocyane zählen zu den sekundären Pflanzenstoffen. Sie sind wasserlösliche Pflanzenfarbstoffe, die unter anderem für die rote, violette, blaue oder blauschwarze Farbe von Früchten verantwortlich sind. Sekundären Pflanzenstoffen werden verschiedene gesundheitsfördernde Wirkungen zugeschrieben, wie entzündungshemmende oder antibakterielle Wirkung. Weitere mögliche positive Effekte sind der Schutz vor bestimmten Krebsarten oder Herz-Kreislauferkrankungen.

Sind die Wunderbeeren ihr Geld wert?

Es stimmt, dass der Gehalt an Anthocyanen in den beworbenen Beeren höher ist, als der so mancher einheimischer Beeren. Allerdings ist es wissenschaftlich noch nicht ausreichend geklärt, wie die optimale Zufuhrempfehlung für sekundäre Pflanzenstoffe aussieht. Die DGE spricht sich jedenfalls gegen die isolierte Zufuhr einzelner sekundärer Pflanzenstoffe in Form von Nahrungsergänzungsmitteln aus.

Abwechslungsreiche Ernährung mit einem hohen Anteil an Obst und Gemüse, sowie weiterer pflanzlicher, möglichst unverarbeiteter Lebensmittel sollten eine ausreichende Versorgung mit sekundären Pflanzenstoffen sicherstellen. Dies spricht nicht zwangsläufig gegen eine gelegentliche Aufnahme von exotischen Beeren.

Neben dem Gehalt an Anthocyanen werden auch noch die in den Wunderbeeren enthaltenen Vitamine, sowie weitere Nährstoffe hervorgehoben. Auch hier stehen heimische Beeren Goji, Acai und Maqui in nichts nach. So ähnelt z. B. der Gehalt an Inhaltsstoffen von Goji-Beeren denen von Himbeeren oder schwarzen Johannisbeeren.

Tipp: Achtgeben sollte man vor allem beim Kauf von getrockneten Goji-Beeren. Laut Konsument.at waren bei einem Test von 12 gekauften Goji-Produkten 11 massiv mit gesundheitsschädlichen Pestiziden belastet. Die Produkte stammten sowohl aus Supermärkten, als auch aus Bio-Läden.

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