Kritik an den ORAC-Werten

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ORAC-Werte-Tabelle zeigt die durchschnittlichen ORAC Werte heimischer Lebensmittel in µmol TE/100 g.
[Quelle: USDA Database for the Oxygen Radical Absorbance Capacity (ORAC) of Selected Foods, Release 2]

Wie erfolgt der ORAC-Test?

Der ORAC-Wert wird mittels einer „in-vitro-Bestimmung“ ermittelt. In einem Reagenzglas werden freie Radikale und die zu untersuchende Probe zusammengeführt. Je höher der ORAC Wert, desto mehr freie Radikale werden pro Gramm Substanz neutralisiert.

Man vergleicht nun die Zeit, die der Stoff zur Neutralisierung der freien Radikale braucht, mit einer Standardlösung. Als Standardlösung wird Trolox, eine wasserlösliche Vitamin E-Nachbildung, verwendet. Da die Werte der Standardlösung bekannt sind, kann so auf die antioxidative Fähigkeit der Probe geschlossen werden.

Die ORAC-Einheit wird in Trolox-Equivalent (TE) pro g Lebensmittel angegeben. Mittels des ORAC-Tests kann „in vitro“ festgestellt werden, welche Nahrungsmittel besonders gute antioxidative Eigenschaften besitzen.

Kritik an den ORAC-Werten

Wissenschaftler kritisieren unter anderem genau diese „in-vitro-Bestimmung“. Es stellt sich die Frage, inwieweit diese Werte sich auf den Menschen übertragen lassen. Zu viele Faktoren, wie z. B. die Aufnahme anderer Nahrungsmittel und deren mögliche Wechselwirkungen, Rauchen, Bewegung oder Alter, spielen eine Rolle bei der Verwertung von Stoffen im menschlichen Körper. Diese werden bei einer „in-vitro-Bestimmung“ nicht mit berücksichtigt.

ORAC-Werte sollen jedoch bald auf Lebensmittelverpackungen aufgedruckt werden. Die EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) versteht unter der Angabe der Werte jedoch eine gesundheitsbezogene Angabe, die den Bedingungen der Health-Claims-Verordnung unterliegt. Sie spricht sich deshalb dafür aus, dass z. B. die gesundheitsbezogene Angabe „schützt Zellen vor vorzeitiger Alterung“ nicht den Kriterien der Verordnung entspricht.

Aussagekräftige Studien, die sich mit der antioxidativen Fähigkeit von Lebensmittel und deren Dosis-Wirkungsbeziehung beschäftigen, wären ein wichtiger Schritt, um mehr Informationen zu diesem interessanten Themengebiet der Ernährung zu erhalten.



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